Wenn die Passion zum Beruf wird … dann ändert das auch eine Pandemie nicht

01. April 2020 sollte mein großer Tag werden. Mit großem Tamtam wollte ich an diesem Tag die Eröffnung meiner Praxisräume und den Start als niedergelassene Heilpraktikerin feiern. Aber daraus wurde aus den bekannten Gründen nichts. Also erfolgte die Eröffnung still und leise und es gab mich – oder auch irgendwie nicht.

Ok, habe ich mir gesagt, dann feiern wir eben das Einjährige. Und auch das wirkt aktuell eher wie ein Aprilscherz. Und doch war das letzte Jahr trotz des Stillstands für mich ein sehr bewegendes Jahr. Ich sitze am Schreibtisch in meiner Praxis und blicke auf ein Jahr zurück, das nicht nur wegen Corona anders verlief als geplant. Aber der Reihe nach:

Wir erinnern uns: Jahreswechsel 19/20, erste Meldungen über ein neuartiges Virus namens Sars-CoV2 im chinesischen Wuhan machen die Runde, während ich mit Hochdruck die letzten Arbeiten an den Praxisräumen abschließe, mein Inventar auswähle, bestelle und aufbaue. Und während zum Beispiel in Frankfurt die Supermarktregale schon leergeräumt wurden, waren wir hier im Norden entspannter und man bekam noch überall alles. Das sollte sich dann aber auch ändern und der Run auf Nudeln, Toilettenpapier, Mehl und Hefe begann.

Noch plante ich die Eröffnungsfeier am 1. April, wenn schon deutlich kleiner. Doch dann ging es auf einmal ganz schnell:

Schulen und Geschäfte mussten schließen und die Naturheilpraxis auf dem Strand-Hof schloss gefühlt vor der Eröffnung und nun saß ich da und wollte beginnen, aber wie? Was sollte ich also tun? Existenzängste kamen hoch, absolute Ratlosigkeit, Traurigkeit und Verzweiflung, aber den Kopf in den Sand stecken, als Existenzgründer? Das war und ist keine Option.

Ich gehe davon aus, dass sich der ein oder andere wiedererkennt denn so oder so ähnlich erging und ergeht es vielen und trotzdem hatte ich Glück im Unglück. Ich durfte die ganze Zeit arbeiten, zumindest theoretisch, denn praktisch hatte ich natürlich noch keine Patienten. Wie macht man also in solchen Zeiten auf sich aufmerksam und teilt mit, dass man da ist und helfen möchte?

Da hieß es kreativ zu werden. Social Media wurde für mich ein wichtiger Begleiter, ich fing an Artikel für meine Homepage zu schreiben, sogar einen Online-Vortrag habe ich gehalten. Für die Betreuung meiner Patienten wurden Online-Sprechstunden zu einem wichtigen Instrument. Trotz allem hatte ich mehr Zeit als gewollt und geplant, die ich für sehr viele Fortbildungen nutzt konnte.

Mein Fazit: Es war ein hartes, lehrreiches Jahr mit vielen Höhen und Tiefen aber es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben und durchzuhalten!